Persönliches

Ich möchte hier versuchen, möglichst sachlich zu bleiben und den Leser nicht mit Emotionen zu belasten. Ich erkrankte an Brustkrebs und wurde eine Woche nach der Diagnose Brustkrebs am 1.11.1996 operiert. Leider musste eine Brust entfernt werden, Lymphknotenbefall hatte ich nicht. Bis heute blieb ich von Metastasen und einem Rezidiv verschont. So kann ich sagen, dass ich "Glück im Unglück" hatte. In der Zeit danach war ich häufig sehr verzweifelt; private und berufliche Vorkommnisse in Verbindung mit der Erkrankung haben mir das Leben sehr erschwert. Schließlich entschloss ich mich aus vielerlei Gründen, einen Brustaufbau mit einem kohäsiven Silikonimplantat zu wagen.

Nachdem ich innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose aus Fernsehberichten und Zeitungen nicht schlauer wurde und auch meine Recherche im deutschsprachigen Internet erfolglos war, setzte ich mich tagelang in medizinische Buchhandlungen und las über den Brustaufbau, quälte mich u.a. durch das zentimeterdicke medizinische Lehrbuch "Plastische und rekonstruktive Chirurgie der Brust" von Christian J. Gabka und Heinz Bohmert, fertigte Exzerpte an und machte mich auf die Suche nach Plastischen Chirurgen in Deutschland, besuchte Ärzte in Frankfurt, Bad Homburg, Düsseldorf und Stuttgart, telefonierte mit Chirurgen in München und Freiburg und sprach mit vielen Frauen während meiner Kuraufenthalte mit dem Ziel, ein möglichst sicheres Implantat und eine möglichst gute Operationsmethode zu finden.

Jetzt kam der Stress mit Ärzten dazu, die z. T. keine Auskunft über Implantatfüllungen, Hüllen, Verweildauer, Verträglichkeit, Operationsmethoden gaben oder negativ reagierten, wenn ich mit einem Fragenkatalog ankam. Es fielen Sätze wie: "solch' informierte Patienten haben wir gar nicht gern" und später dann "Ich nehme das, was ich immer nehme" trotz vorheriger Zusage, das Produkt zu nehmen, für das ich mich nach gründlicher Recherche entschieden hatte. Das hatte dann zur Folge, daß zwei Ärzte an meinem ersten Brustaufbau im Jahr 1998 beteiligt waren, letztendlich für das Implantat aber derjenige, der mein Vertrauen hatte und mir vor der OP schriftlich unsere Abmachungen bestätigte - ein namhafter Plastischer Chirurg in Frankfurt am Main.

Außer der Tatsache, dass mein Körper sich im Lauf der Zeit gegen das Implantat mit einer Kapselfibrose wehrte, baute mir dieser Arzt leider einige "Fehler" ein, was zusammen immer mehr Schmerzen hervorrief und letztlich zu einer Entfernung des Implantats bzw. Korrektur der Situation führen mußte. Wiederum ging ich auf die Suche nach einem guten Operateur. Nach einer zweiten Odyssee von Düsseldorf über Osnabrück, Berlin und Stuttgart fand ich in München die richtige Anlaufstelle. Der zweite Aufbau wurde dann 2004 mit Eigengewebe in einer komplikationsreichen 12-stündigen Operation (Chirurg: "Einige Blutgefäße sind mir unter den Fingern zerbröselt - es hat gedauert, bis ich genügend starke und passende gefunden habe") von einem der wenigen Plastischen Chirurgen vorgenommen, die damals auf dem Gebiet der Brustwiederherstellung mit freien Perforatorlappen und mikrochirurgischer Technik jahrelange Erfahrung nachweisen konnten und der diese spezielle Methode in Deutschland eingeführt hat. In dieser OP konnten erfreulicherweise auch die "Fehler" des vorherigen Operateurs beseitigt und mir mittels S-GAP eine zufriedenstellende Situation geschaffen werden. Eine Woche lang lag ich im Krankenzimmer mit einem Lammfell auf der Brust und einem dicken Schlauch unter der Bettdecke, aus dem Tag und Nacht sehr warme Luft strömte. All das, um die Blutzirkulation nicht stoppen zu lassen. Eine kleine Nekrose unter der Achsel wurde eine Woche später - noch während ich im Münchner Krankenhaus lag - nachoperiert. Eine nachfolgende Wundheilungsstörung wurde an meinem Wohnort drei Wochen lang behandelt. 2006 wurde dann die gesunde Seite angeglichen und 2007 der Nippel mit dem sog. Star-Flap - beides ebenfalls in München - rekonstruiert. Leider hat der Körper diesen wieder "eingeebnet", so dass nichts mehr von dem nach der Rekonstruktion ausgeprägten Nippel übrig blieb. Ebenso mißglückte die Tätowierung der retransplantierten Mamille beim ersten und zweiten Versuch; die Farbe fiel immer wieder heraus. Daher entschloß ich mich zu einer Tätowierung der aufgebauten Brust aus Eigengewebe mit einem großen Motiv, um die Narben zu überdecken. Beispiele hierfür sind in Kapitel 5 - 7 aufgezeigt.

Bereits in den ersten beiden Jahren nach der Diagnose wuchs bei mir der Wunsch, meine gesammelten Informationen anderen Frauen zur Verfügung zu stellen, da ich weiß, wie schwer es für Betroffene ist, zusätzlich zu dem Verkraften der Krankheit Krebs, Chemo, Bestrahlung und evtl. dem Verlust der Brust und allem, was damit zusammenhängt, sich noch auf Dinge außerhalb von Beruf und Familie zu konzentrieren.

Daraus ist nun eine Ausarbeitung geworden, die ich betroffenen Frauen und Interessenten als "Erste Hilfe" und Einstieg in das komplexe Thema hier zur Verfügung stellen möchte und die ich versuche, auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu halten.

Nachdem ich die Website im August 2000 veröffentlichte, rechnete ich mit ca. 500 Besuchern im Jahr. Über das große Interesse von Universitäten, Kliniken und Betroffenen bin ich überrascht. Das zeigt mir doch, wie sehr Informationen über dieses Thema gesucht werden. Darüber hinaus finde ich es sinnvoll, dass Studenten und Ärzte bestimmte Problematiken aus der Sicht der Patientin sehen.

Wenn ich Ihnen mit meinen Informationen helfen kann, würde es mich sehr freuen.


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Meine Hobbies sind das Wandern und Reisen geworden.
In den letzten fünf Jahren hatte ich mich einem Wanderverein als Wanderführerin angeschlossen und dafür ein Seminar besucht. Daraus entstanden viele schöne Wanderungen von ca. 8 - 16 km im Taunus, Vogelsberg, Westerwald und der Pfalz.
Durch die Jahre ab 1996, die ich doch sehr mit dem Krebs und seinen Folgen beschäftigt war scheint es mir, als hätte ich 10 Jahre meines Lebens verloren. Daher habe ich einen großen Nachholbedarf was das Reisen betrifft. Im ersten Jahr meines Vorruhestandes habe ich mir Mecklenburg-Vorpommern angeschaut, war anschließend in Belgien und konnte endlich ein langersehntes Ziel - China - in Angriff nehmen. Mittlerweile war ich das zweite Mal auf Bali, machte eine große Rundreise über Weihnachten in Marokko und verbrachte Silvester 2007/08 in der Wüste, erlebte im April 2008 den Zauber von Nordindien und sah mit eigenen Augen das Taj Mahal, was in mir eine große Freude auslöste. Über den Jahreswechsel 2008/2009 habe ich eine dreiwöchige Reise durch Indochina gemacht, viel gesehen und viel gehört - u. a. über den Vietnamkrieg und den Genozid durch Pol Pot in Kambodscha von Menschen, die diese Zeit selbst erlebt haben. Die Halong-Bucht hat mich sehr beeindruckt mit ihren tausenden von steilen Felsen, die wie Drachenzähne aus der Bucht aufragen und die bunten Märkte mit einem großen Angebot an Früchten, Gemüse, getrockneten und frischen Fischen und kleinen Tieren wie Käfer, Vogelspinnen und Raupen, die im Bambus leben und gebraten wie Erdnußflips schmecken. Sehr gut hat mir Laos gefallen, seine begrünten Berge und Hügel, die freundlichen Menschen auf dem Land, die noch nach alter Tradition ihre Hütten bauen nach deren Bauweise man die einzelnen Ethnien unterscheiden kann und die Fahrten auf dem Mekong, der durch alle drei Länder fliesst und sogar Gold mit sich führt. Am besten - bis jetzt - gefiel mir Mali. Ich war überwältigt von der Freundlichkeit der Bewohner. Wenn wir mit einer Pinasse (kleinem Boot) auf dem Niger oder dem Bani (Fluss) gefahren sind und von den arbeitenden Menschen gesehen wurden, ließen diese ihre Arbeitsgeräte fallen - nur, um uns freundlich zuzuwinken. Die ausgesprochen hübschen Frauen in den bunten Kleidern mit passendem Turban hatten ständig ihre Babies auf dem Rücken gebunden dabei - auch bei der Feldarbeit oder beim Hirsestampfen; so wurden die Babies rhythmisch geschaukelt. Kurz nach der Regenzeit war jeder Wassertümpel mit Seerosen bestückt. Ein wunderschönes Land mit sehr freundlichen Menschen.

2014 war ich im Iran - das hatte ich schon 2011 gebucht aber die "grüne Revolution" kam mir dazwischen. Kein Veranstalter wollte nach Persien. Nun aber, seit Rohani das Land regiert und es ein wenig öffnet, war die Zeit reif und ich habe ein wunderschönes Land mit sehr herzlichen Menschen kennen gelernt, die keinerlei Berührungsängste mit den Europäern haben und sehr deutschfreundlich sind. Was die Medien uns ständig weismachen wollen, dass die Menschen unzufrieden sind und am liebsten alle weg wollen, konnte ich nicht nachvollziehen. Alle wirkten ausgeglichen und zufrieden. Die Plätze und Straßen sind sauber, die jungen Menschen waren richtig zutraulich, legten mir den Arm um die Schulter, wenn sie sich (gerne) fotografieren ließen. Es gab keinerlei Bettelei - so wie oft in anderen Ländern. Man wurde in keiner Weise belästigt.

Auf meinem Wunschzettel stehen noch einige Länder von denen ich hoffe, dass ich sie noch kennenlerne, bevor mir die Langstreckenflüge zu viel werden.

Bilder von meinen Reisen können Sie sich auf Facebook anschauen.

2005/02: China - Beijing, Ming-Gräber, Badaling (Große Mauer)
2007/02: Bali (1. Balireise 1985)
2007/08: Marokko - große Rundreise
2008/04: Indien - Rajasthan, Agra (Uttar Pradesh), Delhi
2008/09: Indochina - Vietnam, Laos, Kambodscha
2009/10: Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan
2010/03: Thailand, Burma
2010/11: Jordanien, Syrien (Damaskus, Aleppo, Palmyra, Wüstenschlösser, Ladakia, Hama, Al-Raqqah, Maalula)
2011/10: Mali Westafrika (Bamako, Djenne, Mopti, Timbuktu, Dogon-Land)
2012/09: Sri Lanka
2012/10: Südindien (Tamil Nadu, Kerala)
2013/06: Schweden - Midsommarfest
2014/04: Iran (Teheran, Kermansha, Shiraz, Yazd, Ahwaz, Nai'in, Kashan, Isfahan)
2014/05: Portugal (große Rundreise)
2016/02: Südafrika (Kapstadt, Gardenroute, Wineroute, Panoramaroute, Krüger-Nationalpark, Pretoria, Johannesburg)

In den letzten Jahren hat es mir auch sehr gefallen, an meinen Reisen andere Menschen teilhaben zu lassen. So habe ich bereits mehrere bebilderte Reisevorträge im Bürgerinstitut meiner Stadt ehrenamtlich gehalten, die großes Interesse gefunden haben.

Rajasthan
Bilder von einer Reise durch den Bundesstaat Rajasthan in Nordindien, zum Taj Mahal und dem Grabmal Gandhis, der „großen Seele”. Rajasthan ist ein gigantisches Freilichtmuseum, wo die ganze Pracht und der Lebensstil der ehemaligen Fürstenhäuser sichtbar werden.

Ein schönes Stück Seidenstraße
Von Turkmenistan über Usbekistan, Kirgisistan und Kasachstan an die mongolische Grenze. Es ist eine Gegend der Berge, Wüsten, Oasen, ein von verschiedensten Völkern und Kulturen geprägter Raum und Schauplatz einer vieltausendjährigen Geschichte. Auf eine Reise durch die zentralasiatischen Länder erfahren Sie, wie die Völker der alten Seidenstraße heute leben.

Mali – ein Land mit vielen Facetten
Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise nach Westafrika, wo die Menschen noch in intakten Familienstrukturen im Einklang mit der Natur und vielen anderen Ethnien mit vielen Sprachen leben; zu dem geheimnisvollen Volk der Dogon, die ihre archaische Lebensweise über Jahrhunderte erhalten haben.

Sri Lanka – die Perle im indischen Ozean
Bei einer interessanten Foto- und Video-Clip Rundreise durch Sri Lanka lernen Sie den größten botanischen Garten ganz Asiens mit einer unglaublichen Vielfalt an tropischen Pflanzen kennen, erfahren eine Menge über den Anbau und die Herstellung des „Grünen Goldes“, – des berühmten Ceylon-Tees, und sind bei einer Jeep-Safari durch einen Nationalpark mitten unter ca. 200 Elefanten am letzten Wasserloch vor der Regenzeit.

Persien – Schatztruhe des Orients
Persien als Wiege unserer Zivilisation ist seit jeher ein Brückenglied zwischen Morgenland und Abendland. Auf einer Reise durch 3000 Jahre Kulturgeschichte werden Ihnen einige der Ausgrabungsstätten, Felsengräber, Monumente, Moscheen und Paläste gezeigt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Interessante Einblicke in das alte Persien und den modernen Iran machen deutlich, dass sich das Land oft ganz anders darstellt, als die Medien uns berichten.


Meine ganz persönlichen alternativen Unterstützungsmethoden:


Farbatmung
Die starken, leuchtenden Farben eines Bildes habe ich mit starken Substantiven verknüpft, z. B.
• Rot für Kraft, Leben
• Blau für Ausgeglichenheit, Ruhe, Frieden
Ich habe mir diese Farben verflüssigt vorgestellt und intensiv durch den halb geöffneten Mund mit geschlossenen Augen (virtuell) in mich "reingesaugt". Täglich ca. 15 Minuten für ca. 6 Monate, begleitend zur Chemotherapie

Meditation
Chakra Meditation (Shalila Sharamon, Bodo Baginski) mit Musik und Text auf Doppel-CD, abends vor dem Einschlafen gehört, im Bett liegend mit geschlossenen Augen (Musik für Körper, Seele und Geist)

Chakra-Meditation

Die Musik bewirkte bei mir, dass ich die inneren Spannungen, die sich durch Vibrationen der Nerven bemerkbar machten, auflösten und sich die Nerven beruhigten und ich letztlich einschlafen konnte.

Mistel
Habe ich ein halbes Jahr lang während der Chemotherapie gespritzt

Selen
Trinkampullen nicht regelmäßig aber mehrmals in der Woche für ca. 1 Jahr

Vitamin E 500
Täglich 1 Kapsel für ca. 3 Jahre

Vitamin C
Mindestens dreimal wöchentlich 1 Brausetablette für ca. 3 Jahre

Simonton
Ich möchte noch die "Simonton-Methode" erwähnen. Auch mit dieser Methode habe ich mich beschäftigt. Da ich aber in Erfahrung brachte, dass Simonton später selbst Kritik an seiner eigenen Methode übte und davon abrückte, weil sie zu kriegerisch sei und den Körper in ständige "aggressive Hab-Acht Haltung" versetze, hielt ich es für angeraten, damit wieder aufzuhören.

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Was ich mir wünschen würde:

Internationale Standards in Diagnostik und Therapie von Brustkrebs, die onkologisch tätige Ärzte in regelmäßigen Abständen zertifizieren lassen müssen.

Endlich ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening wie in anderen europäischen Ländern. (Dieser Wunsch hat sich inzwischen erfüllt.)

Mehr Menschen in allen Alters- und Berufsgruppen, die sich auch mit "unbequemen Themen" auseinander­set­­zen.

Und last not least: Männer, die ihre Partnerinnen bei schweren Krankheiten nicht im Stich lassen. Das Versprechen "In guten wie in schlechten Tagen" sollte nicht nur für Frauen gelten.






Stand: 28.02.2016