9. Wichtige Hinweise

Die auf dieser Seite angebotenen Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen die Beziehung zwischen dem Patienten/Webseitenbesucher und seinem Arzt unterstützen aber keinesfalls ersetzen.

Die Patientin sollte sich möglichst einem plastischen Chirurgen anvertrauen, der sich weltweit auf Kongressen informiert. Nur dadurch, dass dort über alles Neue auf dem Sektor referiert wird und der mündliche Austausch mit Kollegen erfolgt, kann er auf dem wissenschaftlich neuesten Stand sein. Außerdem muss sich der plastische Chirurg einer Spezialausbildung in Sachen Wiederherstellungschirurgie unterziehen, bevor er seine Zulassung als "Plastischer Chirurg" erhält.

Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin mit dem Erhalt der Approbation als Arzt muss er eine mindestens sechsjährige Zusatzausbildung machen, mindestens 600 Operationen unter Anleitung eines plastischen Chirurgen durchführen und entsprechende Prüfungen bestehen. Erst dann darf er den Titel "Facharzt für Plastische (und Ästhetische) Chirurgie" führen. Weder Gynäkologen noch sog. "Schönheitschirurgen" müssen diese Qualifikation nachweisen. Das heisst nicht, dass nicht auch ein Gynäkologe optisch gute und funktional einwandfreie Rekonstruktionen machen kann.

Die Patientin sollte sich hier jedoch vorab gut informieren. Ich selbst wurde z.B. von einem Plastischen Chirurgen mit sehr gutem Ruf verunstaltet, ein anderer Plastischer Chirurg hat die Fehler seines Vorgängers ausgebügelt. Es gehört also auch eine Portion Glück zur richtigen Wahl.

Frau sollte sich von einem Aufbau nicht erwarten, dass das Ergebnis auf jeden Fall die frühere Situation wiederbringt. Direkt nach der OP (im Falle der vorherigen Amputation) sind Schwellungen, Dellen von Knopfstichen (durch das Legen der Unterbrustfalte, seitliche Fixierung, damit das Implantat nicht wegrutscht, da die Tasche durch den Expander ja wesentlich größer als das Implantat ist), Löcher, wo die Drainageschläuche gelegt waren, noch knubbelige Narbe usw. zu erwarten. Diese Situation bessert sich aber von Woche zu Woche, Dellen verschwinden, das Implantat findet seinen endgültigen Sitz, hängt sich aus durch aufrechten Gang und Schwerkraft/Bewegung und nach ca. 6 Monaten sieht der Aufbau um Klassen besser aus als anfänglich. Die Narbe glättet sich, wird weicher und heller. Da aber Narbengewebe und Nähte nicht so elastisch sind wie unversehrte Haut und die alte „Brustspitze“ nicht mehr formen können (sofern die Frau eine „spitze“ Brust hatte), fehlen hier u. U. 2 - 3 cm an Projektion nach vorn. Dies kann, wenn nötig, z. B. unter dünner Bekleidung mit einer leichten, kleinen Ausgleichsschale von Amoena - Balance - die übrigens auch gut von Frauen mit von Natur aus etwas ungleich großen Brüsten genutzt werden kann - kompensiert werden, so dass zumindest im BH, Bikini, Badeanzug, tiefem Ausschnitt (auch beim Vorbeugen!!) absolut nichts vom Aufbau zu sehen ist.

Größenausgleich im BH

Für alle, die unterschiedliche Körbchengrößen haben weil sie z. B. die gesunde Seite noch nicht angepasst haben hier ein Tipp:

Es gibt von der Firma „enorm form“ in guten Kurzwarengeschäften Schulterpolster zusammengerollt in der Dose (wichtig!). Diese Polster sind aus 100 % Polyurethan, federleicht, atmungsaktiv und äußerst hautsympathisch. Sie können in warmem Wasser bei Handwäsche ausgewaschen werden und trocknen sehr schnell. Wenn sie in der Dose aufbewahrt werden, behalten sie ihre Form. Sie haben kein Klettband und keine Naht drückt sich durch, d. h. eine völlig homogene Oberfläche. Dadurch, dass sie mit der gemoldeten (geformten) dickeren Seite nach unten in den BH eingelegt werden können, täuschen sie die natürliche Ptose (das natürliche Überhängen der Brust) vor, laufen aber nach oben zum Dekolleté hin ganz flach aus, so dass sie gut in das BH-Körbchen passen und es evtl. sogar ganz ausfüllen. Je nach Bedarf können sie auch zugeschnitten werden.

Wenn man sie in einem gut sortierten Kurzwarengeschäft nicht findet, können sie auch im Internet bestellt werden. Es gibt sie in schwarz, weiß und haut.

Bestelladresse


Kompressions-Armstrumpf

Auf diesem Gebiet bieten die Sanitätshäuser hautfarbene und schwarze und sogar bunte Armstrümpfe von verschiedenen Firmen an.


Ich empfehle nach dem nachträglichen Brustaufbau für ca. 6 Wochen das Tragen eines BHs mit einem angearbeiteten sog. „Stuttgarter Gürtel“. Dieser Gürtel wird vom Rücken unter der Achsel nach vorn über die Brust geführt und mit einem Klettband verschlossen. Damit ist gewährleistet, dass die für die Aufnahme des Implantats (Tasche) gelöste Gewebeschicht sich durch die Kompression wieder mit der unteren Schicht verbindet, ohne dass sich hier Gewebeflüssigkeit und somit Fettzellen ansiedeln können. Sollte dies versäumt worden sein, so kann man nachträglich noch eine Fettabsaugung (Liposuction) unter der Achsel durchführen lassen, sollte aber dann auf jeden Fall diesen Spezial-BH (z. B. von Anita „Classix“) tragen.

Kleiner Tipp am Rande:
Wenn Sie vor nicht langer Zeit eine Narkose gut vertragen haben, lassen Sie sich ein Narkose-Protokoll geben, das Sie bei zukünftigen Operationen vorher dem Narkosearzt kopieren. Allerdings kommen hier laufend neue und bessere Mittel auf den Markt, so dass manche Narkosemittel, die gut vertragen wurden, evtl. nach einiger Zeit schon wieder durch andere Medikamente ersetzt werden. Auch sollten Sie sich stets einen OP-Bericht/Epikrise anfordern, damit der OP-Hergang und alle ermittelten Laborwerte für Sie nachvollziehbar sind.

Wichtig bei der Brustamputation ist vor allem in der Epikrise die Angabe der Menge des entfernten Gewebes, anhand derer der "Aufbau-Operateur" die Größe/Füllmenge des einzusetzenden Implantats besser einschätzen kann.

Des weiteren möchte ich vor allem Frauen in den Wechseljahren davor warnen, sich ohne Not Hormone "für eine glattere Haut, einen höheren Wohlfühlfaktor, glänzende Haare, bessere Knochendichte usw." verschreiben zu lassen, wie mir dies mein Orthopäde schon geraten hat, als ich Anfang vierzig war. Meine ganz persönliche Meinung tendiert dahin, dass unsere Lebensmittel schon eine Vielzahl von Hormonen (z.B. Wachstumshormone bei Kälbern und Schweinen) steckt, die sich fördernd auf Tumorzellen im menschlichen Körper auswirken können. Seit den 60er Jahren haben darüber hinaus Millionen Frauen die Antibabypille - zuerst in Hochdosis - eingenommen, bevor dann die sog. Minipille und die Mikropille auf den Markt kamen. Parallel zu diesen Hormoneinnahmen stieg die Häufigkeit der Brusttumore bei den Langzeitanwenderinnen an, mittlerweile hat sich die vormals benannte Risikogruppe der Frauen ab fünfzig verschoben auf sehr junge Frauen zwischen 25 und 35 Jahren. Die Krebsforen im Internet sind voll von Ratsuchenden in diesem Alter. Obwohl viele Ärzte diese These ablehnen, rate ich aus heutiger Sicht zu äußerster Zurückhaltung mit dem Umgang von Hormonen.


10. Äußerliche Prothesen

Hier gibt es verschiedene Firmen, die Prothesen in vielen Formen und Größen anbieten. Die Firma Amoena in Raubling bei München stellt sogar Prothesen für farbige Frauen her. Frau kann sich dort vor Ort eine Prothese nach ihrer eigenen postoperativen Situation und Hautfarbe „maßschneidern“ lassen. Dabei wird zuerst eine negative Form und danach die endgültige Prothese angefertigt.

Amoena hat eine Haftprothese entwickelt, die CONTACT, die durch eine speziell strukturierte Innenfläche ohne weitere Hilfsmittel haftet. Leider hält diese Prothese nicht auf feuchter Haut; sportliche Aktivitäten sind mit ihr deshalb nicht gut möglich. Des weiteren gibt es von dieser Firma eine Prothese mit einem dünnen („sensitive“) Haftstreifen, der sehr hautfreundlich ist und bis zu 4 Wochen halten kann, so dass frau die Prothese sogar nachts tragen könnte. Auch mit dieser Haftprothese (Klettverschluss zwischen Haftstreifen und Prothese) kann man sehr gut schwimmen gehen, ohne die teure Badebekleidung mit Spezialtasche für lose Prothesen kaufen zu müssen (allerdings quillt durch das im Wasser befindliche Chlor der Haftstreifen auf und muss nach dem Bad erneuert werden). Auch kann frau damit normale hübsche BH’s tragen und muss nicht auf die oft sehr konservative Spezialwäsche ausweichen. Diese Art der Haftung gibt ein großes Sicherheitsgefühl. Auch ist es wichtig, dass der Körper wegen der veränderten Statik wieder das Gewicht der Prothese trägt und nicht der BH-Träger. Allerdings kann die Haut auf die Haftstreifen immer an derselben Stelle mit Irritationen und Allergien reagieren. Ca. 200.000 Frauen leben zufrieden mit einer Prothese.

Nur ca. 5 % (Stand 1996) der Betroffenen lassen sich aufbauen; durch die neuen Operationsmethoden wird sich diese Zahl aber sicherlich in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Auf diesem Gebiet gibt es ständig Neuentwicklungen und für Frauen, die sich nicht „aufbauen“ lassen wollen, ist dies bestimmt eine gute Alternative. Ihr Sanitätshaus ist sicher auf dem neuesten Stand. Fragen Sie dort oder fahren Sie zu Amoena, wenn Sie eine gut abgestimmte Prothese möchten.


11. Nachwort

Es gibt sicher noch andere und neuere Inhaltsstoffe. Laufend kommen neue Produkte auf den Markt. In den USA laufen Forschungsprojekte, die darauf abzielen, dass der Frau eigenes Brustdrüsengewebe entnommen, im Labor gezüchtet und wieder zurückverpflanzt wird. Ebenso soll es schon möglich sein, die eigene Brustwarze zu züchten, die dann vom Körper gut vertragen und nicht abgestoßen wird. Diese Methoden sind aber noch in der Forschung.

In den nächsten Jahren wird sich auf diesem Gebiet mit Sicherheit eine Menge tun. Bis dahin könnte die betroffene Frau warten oder sich mit dem ungefährlichsten aller Füllstoffe - dem Kochsalz - anfreunden, auch wenn die Optik nicht perfekt ist, bis bei einem späteren Wechsel evtl. eine neue, bessere Möglichkeit besteht.

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Neue Methode zur Rekonstruktion der Brust nach Krebs
Australische Forscher züchten Fettgewebe mit eigenen Blutgefäßen - Räumliche Form statt bisher nur flächige Struktur, von N. Siegmund-Schultze

Artikel "Welt" vom 27.09.2004: Neue Forschung





Empfehlung für Narbenbehandlung der Hamburger Kosmed Klinik:

Hier arbeiten Dermatologen und plastischen Chirurgen Hand in Hand,
Klinik

Der chirurgische Eingriff
Hier wird die alte Narbe ausgeschnitten und durch eine ganz feine, neue Naht ersetzt. Ein guter Operateur vermag die Wundränder so spannungsfrei und fugenlos miteinander zu vernähen, dass man sie hinterher fast nicht mehr sieht.
Der Preis richtet sich nach dem Aufwand: ab 300 Euro. Je nach Fall zahlen das die Krankenkassen.

Die Hyaluronsäure-Unterspritzung
Bei tieferen Narben wird vor allem diese Methode angewendet. Mit einer Hyaluronsäure-Unterspritzung kann man die Narbe zwar nicht beseitigen, aber dem Hautbild anpassen.
Je nach Aufwand: ab 250 Euro. Die Krankenkassen zahlen nicht.

Die Kryotherapie
Hier verwendet man keinen Laser, sondern die Narbe wird mehrmals mit flüssigem Stickstoff vereist. Eignet sich besonders gut bei wucherndem Narbengewebe.
Ab 30 Euro pro Sitzung. Die Behandlungen werden meistens wöchentlich über zwei bis drei Monate wiederholt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten teilweise.

Der Blutgefäß-Laser
Der Klassiker für so genannten rote Narben. Mit ihm werden zum Beispiel auch Besenreiser verödet. Mit ihm kann man Narbenränder, z.B. nach einer OP, abflachen.
Durchschnittliche Kosten pro Sitzung: ab 100 Euro. Die Krankenkasse zahlt in der Regel nicht.

Der Erbium-Yag-Laser
Diese klassische Lasermethode ist perfekt, um wulstige Narbenschichten, sog. hypertrophe Narben abzutragen.
Durchschnittliche Kosten: ab 75 Euro. Die Krankenkasse zahlt nicht.

Der Fraxel-Laser
Das ist angeblich der neueste Laser. Er soll eine wahre Wunderwaffe gegen Akne-Narben und Schwangerschaftsstreifen sein. Laserstrahlen dringen in die Haut ein und bewirken dort die Aufbereitung von Collagen. So stellt der natürliche Heilungsprozess des Körpers neues, gesundes Gewebe her, dass das alte, unvollkommene ersetzt.
Durchschnittliche Kosten: ab etwa 100 Euro. In der Regel sind drei bis vier Behandlungen notwendig. Die Krankenkasse zahlt nicht.

ferner Anwendung von
- Injektionen mit Volon A 10 bei hypertrophen Narben
- Silikonpflaster
- Steroide-Cremes
- spezielle Narbenpflaster




Sehr guten Erfolg bei festen Narbensträngen habe ich persönlich mit der Moxibustion aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gemacht. Die Narbenstränge wurden wesentlich weicher und waren nach einigen Anwendungen nicht mehr vorhanden.

Über die Wirkungsweise der Moxibustion gibt folgende Seite eine gute Information:

Moxibustion

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Hinweis:
Bei allen Implantaten kann eine normale Mammographie nicht mehr durchgeführt werden, weil das Kissen nicht zusammengepresst werden darf. Man benutzt hier Ultraschall-Technik bzw. Kernspintomografie und die Ecklund-Technik (Verschiebetechnik).

Wenn Sie weitere Fragen, z. B. über verschiedene Behandlungsmethoden von Krebs wie Hyperthermie (Überwärmung und dadurch Austrocknung des Tumors, einhergehend mit einer Chemotherapie, Spritzen mit chemotherapieähnlichen Wirkstoffen direkt in den Tumor) oder auch selbst Informationen haben, die hier nicht aufgezeigt wurden, zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen. Mittlerweile gibt es auch im Internet eine Fülle von Informationen unter dem Suchwort "Hyperthermie".





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Diese Zusammenfassung soll wirklich nur eine erste Hilfestellung sein, die ich nach bestem Wissen und Gewissen, nach Informationen von Betroffenen und Ärzten angefertigt habe. Weder erhebt sie Anspruch auf Vollständigkeit noch medizinische Richtigkeit, obwohl sie von einem plastischen Chirurgen redigiert wurde. Es ist sicherlich wichtig, dass jede Patientin sich selbst Informationen verschafft, sich evtl. eine Liste mit Fragen zusammenstellt und dann selbst entscheidet, was sie will. Informieren Sie sich!



In den späten 90er Jahren fand ich auf den Seiten des rki (Robert-Koch-Instituts) den Eintrag, dass eine Chemotherapie ca. 10 Lebensjahre kostet. Diese Angabe scheint mir heute - nach 18jähriger Überlebenszeit äußerst plausibel, da ich festgestellt habe, dass meine Haut vorschnell altert im Vergleich zu Frauen im selben Lebensalter. Ähnlich wird es wohl mit den inneren Organen sein. Umso mehr bin ich davon überzeugt, da mein damaliger Onkologe mir sagte: "Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie eine Chemotherapie machen wollen. Sie sollten nur wissen, dass wir Sie systematisch vergiften. Das Gift wird durch jede Zelle Ihres Körpers geschleust." Ich nehme es zur Kenntnis, bereue aber meine Entscheidung für die Chemotherapie nicht. Vielleicht hat sie mein bisher langes Überleben gesichert.

Siehe auch: "Beim Brustkrebs", so ebenfalls der Schweizer Onkologe Thomas Cerny, "verkürzt die Hochdosis-Chemotherapie nachweislich das Leben des Patienten." Lebensverkürzung

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Bedenken Sie immer, es ist Ihr Körper, Ihre Gesundheit, Ihr Risiko.


Informieren Sie sich! Bestimmen Sie mit! Überlassen Sie die Entscheidung bezüglich des Aufbaus nicht allein Ihrem Arzt!




Stand: 18.06.2016


Da mir die Veröffentlichung des Gedichts "Gestutzte Eiche" von Hermann Hesse vom Suhrkamp-Verlag, bei dem die Rechte für die Werke Hermann Hesses liegen, untersagt wurde, möchte ich an dieser Stelle auf das Gedicht verweisen, das wie kein anderes meine Gedanken und Gefühle zu meiner Situation ausdrückt:

Gestutzte Eiche