5. Brustaufbau mit Implantaten

Zuvor möchte ich erwähnen, dass ausnahmslos alle Hüllen aus Silikon sind, nur die Füllstoffe unterscheiden sich. Die glatten dünnen Kissen werden kaum noch eingesetzt, da es mit diesen häufig, egal, welches Füllmaterial man nimmt, unter Umständen - die von der Akzeptanz des einzelnen Körpers abhängen - zu einer Kapselfibrose kommen kann. Im Gegensatz zu den Kissen der ersten Generationen, die mit einer dünnwandigen, glatten Hüllen versehen waren, nimmt man heute Kissen mit einer rauhen Oberfläche oder auch beschichtete, bei denen eine Kapselfibrose nicht mehr so häufig vorkommt und die am ehesten ein gutes Ergebnis ergeben. Bei rauhen Oberflächen kann sich das Gewebe in die Oberfläche verankern wodurch das Risiko einer Kapselkontraktur verringert wird.

Eine Kapselfibrose bedeutet, dass der Körper um den Fremdkörper eine Umhüllung aus Bindegewebsmaterial aufbaut, die sich zusammenzieht. Wird diese Kapsel zu eng, kann sie den Inhaltsstoff so fest zusammenpressen wie einen Tennisball. In diesem Fall muss eine endoskopische „Kapselsprengung“ erfolgen (das bedeutet, dass der Chirurg mit einem kleinen Schnitt diese Kapsel öffnet, damit das Kissen wieder Platz hat) oder besser eine vollständige Entfernung der Kapsel, Implantatwechsel oder Austausch gegen Eigengewebe (TRAM, DIEP-Lappen, Latissimus dorsi). Das heißt nicht, dass dies nicht wieder passieren kann. Es ist aber möglich, dass der Körper das Kissen akzeptiert und die Kapsel ein Stadium erreicht, bei dem kein Eingriff erfolgen muss.


Die Kapselfibrose wird unterteilt in die 4 Kategorien: Baker I, II, III, IV. Ab Kategorie III muss eine erneute Operation mit Entfernung der Kapsel und Austausch des Implantates durchgeführt werden.

Stadium 1
Man sieht optisch nichts und ein Eingriff ist nicht notwendig. Meist merkt die Frau dies gar nicht.

Stadium 2
Damit kann man leben. Hier wird die Brust durch das Implantat schon etwas fester, sie spannt, aber auch jetzt ist ein Eingriff noch nicht unbedingt erforderlich.

Stadium 3
und
Stadium 4
Der Körper akzeptiert das Fremdgewebe nicht, die Kapsel schrumpft und presst die Implantathülle fest zusammen, die Brust wird deformiert und das Implantat muss ausgetauscht oder ganz entfernt werden.

Dabei ist zu beachten, dass alle glatten Hüllen mit dünnflüssigem Inhalt ein sog. „Bleeding“ haben, d. h. mikroskopisch kleine Teile des Inhaltsstoffes sollen angeblich allmählich durch die Hülle in die Kapsel um das Implantat wandern. Ausbuchtungen, die man nach Jahren in den Lymphknoten feststellen kann, könnten Silikonablagerungen sein, die aber auch durch andere Operationen (z. B. an den Gelenken bei Rheuma-Operationen, Nahtmaterial usw.) durch einen Abrieb von „Silikon-Ersatzteilen“ entstehen könnten. Bei den dickeren, texturierten oder rauhen Hüllen mit kohesivem Inhalt ist ein Bleeding angeblich nicht mehr möglich.

Silikonimplantate sind nicht ohne Risiko

Die Universität in Münster hat in einer von der Fachwelt sehr umstrittenen Studie bei mit Implantaten aufgebauten Brustkrebspatientinnen nachgewiesen, dass bei allen Frauen, die an dieser Studie teilgenommen haben, angeblich Silikon im Körper nachgewiesen werden konnte. Diese Studie ist z. Z. in Revision, d. h., es muss nachgewiesen werden, wie diese Messungen zustande gekommen sind. Dabei ist mir nicht bekannt, aus welcher Generation die verwendeten Kissen waren.

Die meisten Frauen wissen auch nicht, dass die Implantate im Schnitt nur ca. zehn - fünfzehn Jahre halten und dann ausgetauscht werden müssen. Jedes Mal geht ein Teil der natürlichen Brust dabei verloren weil bei einem Implantatwechsel auch die Kapsel mit entfernt werden muss - besonders viel, wenn eine starke Kapselfibrose vorlag. Will die Frau die bisherige Größe des Busens erhalten, muss die Einlage größer gewählt werden. Wiederholte Korrekturoperationen können so zum fast kompletten Verlust der natürlichen Brust führen.

Die heute bevorzugten Implantathüllen sind elastisch, chemisch und mechanisch widerstandsfähig und bestehen aus mehreren Schichten eines Silikonelastomers. Um eine hohe Sicherheit zu bieten, werden von einigen Herstellern die Hüllen der silikongelgefüllten Implantate zusätzlich mit einer speziellen Barriereschicht ausgerüstet, welche die sog. Gel Permeation (früher "Bleeding" genannt) stark verringert.

Auf jeden Fall sollte die Hülle aber jedes Jahr mittels Ultraschall, Kernspintomografie oder Ecklund-Technik untersucht werden, da sie durch den eigenen Alterungsprozess evtl. schneller zu Rissen und Durchlässigkeit neigt. Über die Lebensdauer der Kissen selbst, konnte oder wollte keiner der von mir dazu befragten Ärzte etwas aussagen (man rechnet mit 8 - 15 Jahren). Bei traumatischen Einwirkungen z. B. Unfall, Sturz usw. ist sofort der Arzt aufzusuchen. Eine Kernspintomografie kann am ehesten über den Zustand des Kissens Auskunft geben.

Frauen mit kleinen Brüsten haben beim Aufbau mit Implantaten bessere Chancen. Unter Umständen benötigen sie keinen „Expander“ zur Aufdehnung der Haut. Bei dem Verfahren mit Implantaten erhält man keine neue Narbe (die alte Narbe wird geöffnet). Will die betroffene Frau sich bei dieser Operation eine große Brust verkleinern lassen, so stellt dies kein Problem dar. Nachdem das Implantat eingesetzt ist und nach ca. 6 Monaten „seinen Platz“ gefunden hat, wird die andere Seite entsprechend gestrafft/verkleinert. Das Argument, dass man nicht in eine gesunde Brust schneiden sollte, habe ich mir auch überlegt, habe aber einige Frauen gesehen, die auf der einen Seite eine jugendliche, implantierte Brust und auf der gesunden Seite eine gealterte, hängende Brust hatten. Deshalb sollte sich jede Frau, die diesen Schritt macht, gut überlegen, ob sie nicht doch in „einem Arbeitsgang“ z. B. mit der späteren Mamillenverpflanzung oder -rekonstruktion, eine einigermaßen vernünftige Optik erzielen will, indem sie die Gegenseite anpassen lässt. Dabei wäre zu beachten, dass Narbengewebe, was bei einer Anpassung zwangsläufig entsteht, sehr verdichtet ist und ein kleiner Tumor in diesem Gewebe u. U. schlecht aufgefunden werden kann.

Bei einer vorherigen Bestrahlung ist die Haut nicht mehr so dehnbar und könnte bei einer Expanderaufdehnung reißen. Viele Chirurgen raten daher von Implantaten nach Bestrahlung ab und empfehlen in solchen Fällen eher den Aufbau mit Eigengewebe.

Mittlerweile gibt es eine Ultraschallbehandlung, die eine bestehende oder beginnende Kapselfibrose erfolgreich verhindern soll. Behandlung von Kapselfibrose mittels Ultraschall


6. Zur Frage der Brustwarze

Einige Ärzte neigen dazu, die Brustwarze, wenn sie nicht befallen ist, zu retten, d. h. sie abzutrennen und sie in der Leistengegend einzupflanzen, um später, nach einem evtl. Aufbau, der Patientin die eigene Brustwarze wieder einsetzen zu können. Dies gilt heute als überholt; es hatte sich in einigen Fällen gezeigt, dass Krebszellen in der Leiste gefunden wurden; einige Ärzte verwenden diese Methode aber immer noch. Die neueste Technik zielt darauf ab, in geeigneten Fällen die Brusthaut und die Brustwarze zu belassen, wenn der Krebs nicht die Milchgänge in diesem Bereich erfasst hat und sofort ein Implantat einzusetzen = Diagnose, Therapie und Wiederaufbau in einem Schritt: Dadurch sieht die Brust am Ende der OP fast unverändert aus (geht nur, wenn man keine Bestrahlung bekommen muss). Man kann später aus der Ohrmuschel oder dem großen Zeh oder durch Teilen der verbliebenen Brustwarze eine neue Warze und aus Haut im äußeren Schambereich (Innenseite Oberschenkel), Lidhaut (nach Augenlifting) einen Warzenhof bilden. Eine andere Methode besteht darin, den Warzenhof der gesunden Seite spiralförmig zu verkleinern und die gewonnene Hautspirale auf der aufgebauten Seite zum Warzenhof zu formen. Dabei sollen allerdings die spiralförmige Narben als weiße Striche sichtbar sein.

Viele Ärzte gehen heute schon dazu über, gar kein körpereigenes Gewebe für die Brustwarze zu entnehmen, sondern die Warzenhof-Tätowierung direkt auf die gesunde Haut der aufgebauten Brust zu empfehlen. Die Farbe bleibt dadurch besser erhalten.


    

Bei Erhalt der Mamille und vorübergehendem "Parken" an anderer Körperstelle kann diese jedoch bei der zweifachen Verpflanzung sehr leiden, der Nippel kann flach werden und die gesamte Mamille die Pigmentierung ganz oder stellenweise verlieren, man kann sie aber später unter lokaler Betäubung nachtätowieren (oder einen Warzenhof ganz neu tätowieren, wenn die Mamille nicht mehr zur Verfügung steht) und hat dann lediglich einen ca. 5-6 cm langen oberflächlichen Schnitt in der Leiste, wo früher die Brustwarze „geparkt“ war, der aber nach einiger Zeit abblasst. Durch das sog. „Nippel-Sharing“ kann die Warze der gesunden Brust (quer) halbiert und eingefügt werden. Sprechen Sie Ihren Arzt auf seine Methode an. Beim Tätowieren einer Original-Mamille, die ihre Pigmentierung verloren hat, mittels eines Spezialgeräts von einem Implantathersteller, welches die Farbe "einschmirgelt" entsteht u. U. das Problem, dass die Mamillenhaut (die sehr dünn ist, vergleichbar mit der Lippenhaut) so verletzt wird, dass sie in kleinen Fetzen abgeht. Von einer Mamillentätowierung der echten Mamille mit einem solchen Gerät rate ich daher ab. Haut aus anderen Körperregionen ist u. U. widerstandsfähiger/fester und erträgt diese Prozedur. Eine gute Erfahrung habe ich aber mit einem ganz normalen Tattoo-Studio gemacht. Evtl. muss eine 2. Sitzung erfolgen, wenn Teile der Farbe "herausfallen" sollten. Sofern der Nippel flach geworden ist, kann der Tätowierer evtl. mit einem "Schatten" arbeiten, der eine Dreidimensionalität vortäuscht.

In der Zwischenzeit habe ich einige Tätowierungen von anderen Motiven auf der operierten Brust von ehemaligen Krebspatientinnen gesehen. Wunderschöne Lilien, Ranken, Chrysanthemen, Lotosblüten verdecken die Narben und lassen den Betrachter gar nicht mehr auf die Narben schauen, sondern nur noch auf den "eye catcher". Diese Tattoos sind ein echter Hingucker (FKK, SAUNA) und die auf der Brust tätowierte Frau erntet eher bewundernde als mitleidige Blicke weil so die Narben nicht mehr zu sehen sind oder gar nicht mehr auffallen. Selbst ohne eine Brustrekonstruktion ist mit einem solchen Schritt die Wiedererlangung eines Stücks Freiheit und Lebensqualität verbunden.

Es wird immer wieder erwähnt, dass ein MRT bei Tätowierungen nicht mehr möglich ist und die Gefahr von Verbrennungen besteht. Laut Auskunft von Ärzten sind diese Verbrennungen - wenn sie überhaupt auftreten - sehr leicht und heilen schnell ab, sind weniger stark als Bestrahlungen bei brusterhaltender Therapie. Jedoch sollte man den Tätowierer nach NICHT eisenhaltigen Farben fragen, um jede Verbrennung bei späterem MRT auszuschließen. Hier eine ärztliche Stellungnahme zum Thema: Tätowierungen und MRT


Sehen Sie einige beeindruckende und hoffentlich Mut machende Beispiele:


  © Chris, Dave's Tattoo

          © Tina Bafaro 

      © Tina Bafaro 

    © Schattenwerk

       © Yvonne, Blut & Eisen

      © David Allen

            © Pat Fish

© Madame Lazonga

     © Madame Lazonga
 
   © Madame Lazonga
 
   © Madame Lazonga

    © Reinkarnation

 © Madame Lazonga

 © Madame Lazonga

     © darkshadow

Die Krankheit für einen Moment vergessen
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Mutige Frauen
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kurzfristige sehr schöne Kopftattoos mit Henna-Paste
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Zur Frage der Rekonstruktion des Nippels habe ich folgende Anmerkungen zu machen: Es ist bekannt, dass sich bei Erregung oder Kälte die Mamille zusammenzieht und sich der Nippel bildet. Im Fall eines aus Knorpel nachgebildeten Nippels bleibt dieser aber ständig ausgeprägt und glättet sich nicht – wie im Fall der gesunden Brust bei Wärme und Ruhestellung – und ist einseitig unter Bekleidung deutlich sichtbar. Ohne Nippelrekonstruktion sind sowohl der gesunde Nippel wie auch die operierte Seite in diesem Fall flach. Ansonsten wird es nur bei Kälte oder Erregung zwei sich abzeichnende Nippel nach einer Nippelrekonstruktion geben.

Des weiteren kann es Probleme bei der Tätowierung einer ehemals "geparkten" Mamille bzw. einem Hautstück aus einem anderen Bereich geben. Dadurch, dass dieses Hautstück abgeschält wurde, findet eine Vernarbung statt. Diese vernarbte Haut hält die Tattoofarbe nicht gut, sie fällt leicht wieder raus und es könnte notwendig werden, die Tätowierungsprozedur mehrmals über sich ergehen lassen zu müssen, bis die Farbe von der Haut angenommen wird. Es ist daher zu überlegen, ob nicht direkt auf der vom Expander aufgedehnten Haut tätowiert werden sollte (s.o.).



Rekonstruktion von Nippel und Areola

Sensibilitätsveränderungen der Brustwarze nach Mammareduktionsplastik (ebenso nach Angleichung/Verkleinerung der gesunden Brust, passend zur aufgebauten Seite)

"....die Sensibilität der Brustwarze und der Areola bei 6 und 9 Uhr war nach einer Operation mit einem oberen Stiel (Lassus, Lejour) statistisch signifikant schlechter als nach jeder anderen Technik. Ein kompletter Verlust der Sensibilität der Brustwarze wurde nur nach einer Operation nach Lassus oder Lejour beobachtet (43,5%). Ab dem 6. postoperativen Monat kam es bei den meisten dieser Patientinnen zu einer Reinnervation der Brustwarzen. Bei drei Patientinnen blieben die Brustwarzen auch nach 12 Monaten anästhetisch. Die Sensibilität der Brustwarze wurde durch die anderen Operationstechniken nicht verändert (McKissock, Würinger), bei Reduktionsplastiken nach Georgiade kam es bei 50 % der Patientinnen sogar zu einer leichten Verbesserung der Sensibilität der Brustwarzen."

Schlußfolgerungen: "Veränderungen der Sensibilität der Brustwarze bei Mammareduktionsplastiken sind .... abhängig von der Operationstechnik. Aufgrund des anatomischen Verlaufs der Nerven, die die Brustwarze innervieren, ist bei Reduktionstechniken mit einem oberen Stiel das Risiko einer Nervenverletzung viel höher als bei einer Technik mit einem unteren Stiel........"

(Lit.: Schlenz, Ingrid; Rigel, Sandra; Schemper M.; Kuzbari, R. - Abt. für Plast. und Rekonstr. Chirurgie im Wilhelminenspital, Wien; Abt. für klinische Biometrie am Institut für mediz. Statistik, Universität Wien)


Darstellung der Nippelrekonstruktion einer amerikanischen Seite


Angleichung der gesunden Brust (Verkleinerung/Straffung)

Peri-Areolare Technik:
Der Chirurg setzt einen runden Schnitt – einem O gleich – um den Brustwarzenhof (medizinisch: Areola), reduziert (strafft) den Hautmantel und näht die Brustwarze neu ein. Eignet sich für moderate Straffungen.

Narbensparende Technik (I - Schnitt, Lejour, Lassus, Arie-Pitanguy)
Bei dieser narbensparenden Methode verläuft der Schnitt rund um die Brustwarze und zieht sich dann als senkrechte Naht nach unten. Er eignet sich für Verkleinerungen bis zu 500 g. In der Regel führt diese Technik zu einer schnellen Erholung und vermeidet Narben . Diese verlaufen rings um den Warzenhof und enden in einer senkrechten Linie an der Brustumschlagfalte. Die Empfindungsfähigkeit bleibt normalerweise erhalten.

T-Technik/L-Technik:
Der Schnitt verläuft hier zunächst ebenfalls rund um die Brustwarze und führt dann senkrecht nach unten. In umgekehrter T- oder L-Form endet er in der Brustumschlagsfalte. Diese Technik ist auch für deutliche Verkleinerungen geeignet.

Nach der Operation werden Drainageschläuche (zum Abfluss von Blut und Sekret) gelegt, die aber spätestens nach zwei Tagen wieder entfernt werden. Weiter wird ein komprimierender Verband angelegt, der für etwa drei Wochen zu tragen ist.



7. Aufdehnen der Haut mit einem Expander

Um die Größe der gesunden Brust zu erreichen, wird in den meisten Fällen ein Expander als Platzhalter für das spätere Implantat eingebracht, d. h. ein Kissen mit einem Ventilring, das wöchentlich mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt wird, bis es größer als die gesunde Brust ist. Dies muss sein, weil die Haut später wieder etwas schrumpft. Diese Füllungen gehen ca. über 2 Monate. Die Patientin hat dann eine Wölbung (bei der ersten Operation wird der Expander gleich mit ca. 100 – 150 ml aufgefüllt) auf der operierten Seite, die von Woche zu Woche durch das Auffüllen größer wird, die sie aber mit Blazern, Westen und Tüchern kaschieren kann. Nach abgeschlossenem Auffüllvorgang gibt es eine Ruhephase von ebenfalls ca. 2 Monaten, in der sich ein evtl. Bluterguss zurückbilden, das gereizte Gewebe beruhigen kann und die Hautdehnung sich stabilisiert hat, so dass für das endgültige Einsetzen des Implantats dann eine günstige Situation geschaffen wird. Diese Aufdehnung ist mit ziemlichen Spannungs- und postoperativen Schmerzen verbunden und frau sollte sich gut überlegen, ob sie sich diesen neuerlichen Strapazen - schließlich sind dies 3 Operationen (Expander, Implantat, Brustwarze (Mamille kann unter Lokalanästhesie verpflanzt werden) - aussetzen will. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber.

Der Becker-Typ ist das einzige Gel-Produkt, bei dem die Patientin die Option einer einzeitigen oder zweizeitigen Brustrekonstruktion haben. Diese Implantate verfügen über einen inneren, mit Kochsalzlösung befüllten Kern, der die Gewebedehnung ermöglicht, sowie eine äußere, mit Gel gefüllte Umhüllung, die für ein natürliches Aussehen der Brust sorgt. Wenn die Aufdehnungsphase beendet ist kann das externe Injektionsventil, durch das eine einfache Volumenjustierung des Kochsalzkerns ermöglicht wird, problemlos entfernt werden.

Aufgrund ihres patentierten Zweikammernaufbaus vermitteln die Becker-Implantate das Gefühl eines Gel-Implantats und haben gleichzeitig die Volumenflexibilität eines Kochsalzimplantats. Das Becker-Implantat mit texturierter Oberfläche ist in drei Formen erhältlich: Becker 25 (25 % Gel) kohäsiv I, rund, Becker 50 (50 % Gel), rund, kohäsiv I und Contour Profile® Becker 35 (35 % Gel), anatomisch geformt, kohäsiv II.



Neues Verfahren: Osmose-Expander ermöglicht Gewebe-Dehnung ohne Nachfüllen Neuer Expander macht häufige Kontrollen vor Brustrekonstruktion überflüssig


Hersteller der Osmose-Expander

Die Expander bleiben etwa vier bis sechs Monate im Körper und werden danach entfernt. Zur Brustrekonstruktion wird dann das Dauerimplantat, etwa aus Silikon, eingesetzt. Voraussichtlich Ende 2008 / Anfang 2009 werden die Expander erhältlich sein. Osmose-Expander gibt es auch für die Ophthalmologie, diese sind bereits im Handel.




Stand: 15.12.2015