DIAGNOSE UND THERAPIE


Ohne aussagekräftige Studien ist die Einführung neuer Therapien ein Wagnis. Bei Medikamenten ist die Latte bis zur Einführung auf dem deutschen Markt deutlich höher gelegt und ohne Nachweis dürfen sie nicht eingeführt werden. Die Zulassungsbedingungen bei Therapien weisen deutlich niedrigere Hürden auf. Daher wird empfohlen, sich evtl. bei dem Arzt Ihres Vertrauens oder bei ausländischen Gesundheitsbehörden mittels Internet zu informieren bevor einer neuen Therapie zugestimmt wird.

BIOGRAPH

Das Universitätsklinikum Leipzig hat seine neueste Errungenschaft vorgestellt: den „Biograph mMR“. Mit dem Großgerät lassen sich zukünftig futuristische Bilder aus dem Körperinnern aufnehmen. Zum ersten Mal werden dabei die Aufnahmen von MRT- und PET-Daten in einem Gerät vereint....."„In der Onkologie wird es möglich sein, gerade bei Kindern die Strahlenbelastung durch PET-CT zu vermeiden. Bei einer Reihe von Tumoren kann PET-MRT eine deutlich bessere diagnostische Qualität liefern als das PET-CT. Schließlich wird das PET-MRT eine sehr frühe Beurteilung darüber zulassen, ob ein Patient beispielsweise auf eine Chemotherapie anspricht oder nicht. Schließlich kann auch die Ausbreitung von bösartigen Tumoren besser beurteilt und das Auftreten möglicher Rezidive nach Operation, Bestrahlung oder anderen Behandlungsmethoden früher und besser erkannt werden als bisher.“ ....

Pressemitteilung der Uniklinik Leipzig


uPA/PAI-1 Test

Bei diesem Test liefert die Konzentration zweier Eiweißstoffe in der Tumorzelle zusätzliche Hinweise über den zu erwartenden Krankheitsverlauf. Erhöhte Werte der Eiweiße uPA und PAI-1 bedeuten ein erhöhtes Rückfallrisiko. Also wird nach der Operation in jedem Fall eine Chemotherapie empfohlen. Bei niedrigen Werten und damit einhergehend einem niedrigen Rückfallrisiko kann man auf eine Chemotherapie verzichten.

Info Medizinische Hochschule Hannover



MAINTRAC

MAINTRAC®: eine neue Methode, um selbst kleinste Mengen Tumorzellen in Blut und Knochenmark aufzuspüren.

Maintrac-Methode



Chemosensitivitätstest ATP-TCA

In den letzten Jahren wurde auf der Grundlage einer hoch empfindlichen Technologie ein neuer Tumor-Chemosensitivitätstest mit dem Namen ATP-TCA entwickelt (siehe Medizin-Lexikon). Er zeigt nicht nur ermutigende Ergebnisse beim Eierstockkrebs, sondern auch bei Brustkrebs. (Crohns C., Konecny G., Blokh E., Kurbacher C., Cree I., Untch M.: Hat die prätherapeutische Chemosensitivitätstestung beim Mammakarzinom einen Stellenwert? Gynäkologie 1999 32: 705-9)

Die durch Biopsie oder Operation entnommene Gewebeprobe wird für den Chemosensitivitätstest eine Woche lang in einer speziellen Nährlösung angesetzt, die nur Tumorzellen am Leben erhält und normale Zellen absterben läßt. Auf diese Weise kann die Reaktion von Krebszellen auf die verschiedenen Zellgifte noch viel verlässlicher getestet werden.

Der Vorhersagewert des ATP-TCA-Tests für Ansprechen auf Chemotherapie liegt bei Brusttumoren zwischen 76 und 80 Prozent, bei Eierstockkrebs zwischen 85 und 90 Prozent. Eine Resistenz gegen Zellgifte kann man damit in nahezu 100 Prozent der Fälle feststellen. Folgende Häuser nehmen diesen Test vor:

Berlin Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin
Prof. Dr. H.R. Maurer
Kelchstr. 31
12169 Berlin
T 030 / 77 00 04 54
F 030 / 77 00 04 23

Bonn
Medical Molecular Diagnostic GmbH
Dr. T. Bauknecht
P. Adr. Universitäts-Frauenklinik
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn
T 0228 / 287 54 74

Dresden
Universitäts-Frauenklinik
Endokrinologisches Labor
Dr. Albrecht
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
T 0351 / 458 24 27
F 0351 / 458 53 34

Luckenwalde
Dr. Kai Schulze-Forster
CellTrend GmbH
Im Biotechnologiepark, TGZ II
D-14943 Luckenwalde
Tel.: +49 3371/681 290
FAX: +49 3371/681 312
Celltrend

Düsseldorf
Universitäts-Klinikum
Abt. Für Onkolg.Chemie
Prof. Dr. Hans Bojar
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
T 0211 / 811 43 22
F 0211 / 811 5114

Hammelburg
Karl-von-Heß-Krankenhaus
Abtl. Onkologische Chirurgie
Dr. Herwart Müller
Ofenthaler Weg 20
97762 Hammelburg
T 09732 / 900 156 /-157
F 09732 / 900 159

Köln
Universitäts-Frauenklinik
PD Dr. C. Kurbacher
Kerpener Str. 34
50931 Köln
T 0221 / 478 49 14
F 0221 / 478 49 97

Mainz
Universitäts-Frauenklinik
PD Dr. B. Tanner
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz
T 06131 / 17-0 oder -2756

Mainz
Universität Mainz
Institut für Toxikologie
PD Dr. Jan G. Hengstler
Obere Zahlbacher Str. 67
55131 Mainz
T 06131 / 39 300 22
F 06131 / 23 05 06

München
Klinikum Großhadern
Universitäts-Frauenklinik
PD Dr. Michael Untch
Marchioninistr. 15
81377 München
T 089 / 70 95 28 49
F 089 / 70 95 28 41

Tübingen
Universitäts-Frauenklinik
Labor, Dr. Zwirner
72076 Tübingen
T 070 71 / 298 65 51
F 070 71 / 298 65 51

Stuttgart
IN VITRO BIOTEC GmbH
Life Science Center
Kesselstr. 17
70327 Stuttgart-Wangen
Tel: 0711-3513842/45
Fax: 0711-3513839
info@invitrobiotec.de
riedel@invitrobiotec.de


U.K./London
Institute of Ophthalmology
Dept. Of Pathology
Dr. Ian A. Cree
Bath Street
London EC1V 9EL, U.K.
T 0044 / 171.608 6938
F 0044 / 171.608 6862




Neuer Ansatz bei Chemotherapie-Resistenz
Wissenschaftler blockieren gezielt Mechanismus in Krebszellen


Rudolf-Virchow-Zentrum Suchwort: Chemotherapie


Tamoxifen-Resistenz bei Mammakarzinom erklärt

Britische Krebsforscher haben den Pathomechanismus für die Resistenz von Tumorzellen auf Tamoxifen entdeckt. Ihre Publikation in Nature (2008; doi: 10.1038/nature07483) könnte zur Entwicklung eines Tests führen, der die Wirkungslosigkeit des Medikaments vorhersagen würde.

Ärzteblatt



BAG-1 sagt Überleben voraus

PHILADELPHIA - Ein Protein soll Aussagen über das Langzeit-Überleben bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium zulassen. US-amerikanische Wissenschaftler zeigten, dass Frauen mit einem hohen Wert an BAG-1 länger rezidiv-frei leben und auch eine längere Gesamt-Überlebenszeit haben als Frauen, die bei Diagnosestellung niedrige Werte des Proteins aufweisen. 116 Brustkrebs-Patientinnen wurden für diese Studie über mehr als zwölf Jahre beobachtet. Initial wurden die BAG-1-Werte im Tumorgewebe bestimmt. Nach zehn Jahren waren von den Frauen, deren Tumor viel BAG-1 enthalten hatte, noch 81% am Leben - gegen 50% mit niedrigem BAG-1. Das Protein, das die Apoptose hemmt, eignet sich besser zur Vorhersage der 10-Jahres-Überlebensrate als p53, Östrogenrezeptoren oder Her2/Neu, sagen die Forscher. Natürlich müssen noch größere Studien folgen - aber wenn sich dieses Ergebnis bestätigt, könnte BAG-1 entscheidend für die Therapieplanung sein: Beispielsweise könnten Frauen, die niedrige BAG-1-Werte haben, und damit ein hohes Rezidiv-Risiko auch bei tumorfreien Lymphknoten gleich einer aggressiveren Therapie zugeführt werden. (MT-Online D 20.02.2001 uh - Quelle: Journal of Clinical Oncology 2001, Vol. 19, S. 992-1000)


Her 2 Protein bei Brustkrebs
Quelle: Impressum Ebel K. med. Dr.

Was ist das Her 2 Protein?

Das Her 2 Protein ( oder cerbB 2 bzw. Her 2/neu ) ist ein Empfängermolekül, ein sogenannter Rezeptor auf der Oberfläche von Körperzellen. Es befindet sich zum Beispiel an der Oberfläche von normalen Zellen der Brustdrüse aber auch auf derOberfläche von Brustkrebszellen. Dieser Rezeptor gehört zu einer Familie von bestimmten Wachstumsfaktor-Rezeptoren ( epidermal growth factor receptor ).
Die Zahl dieser Rezeptoren an der Zelloberfläche wird bestimmt durch das Her 2 Gen, welche im Zellkern auf dem Chromosom 17 nachgewiesen werden konnte.

Welche Funktion hat das Her 2 Protein?

Das Her 2 Protein spielt eine Rolle beim normalen Wachstum und bei der Ausreifung von Körperzellen, und es reguliert, bezogen auf die Brustdrüse, die normale Entwicklung dieses Organs.
Brustkrebszellen, deren Wachstum ebenfalls durch das Her 2 Protein bestimmt wird, besitzen eine unterschiedliche Zahl derartiger Rezeptoren an der Oberfläche. Im Vergleich zu normalen Körperzellen kann bei Krebszellen die Zahl der Rezeptoren auf das 10- bis 100-fache der Norm gesteigert sein. Man spricht dann von einer Her 2 - Überexpression. Dies ist meist verbunden mit einer Erhöhung der Zahl von Her 2 Genkopien im Zellkern, ein Zustand, der Genamplifikation genannt wird.

Wie bestimmt man das Her 2 Protein?

Man kann im Labor auf verschiedene Weise die Zahl der Her 2 Rezeptoren bestimmen; als kostengünstige und sichere Methode bietet sich das immunhistochemische Verfahren an: hierbei wird ein sehr dünner Gewebeschnitt ( ca 2 tausendstel Millimeter dick ) mit einem Antikörper beschichtet, der gegen das Her 2 Protein gerichtet ist. Die dann eintretende Antigen-Antikörper-Reaktion läßt sich mittels einer Farbreaktion sichtbar machen. Je nach Rezeptorzahl an der Zelloberfläche fällt die Farbreaktion unterschiedlich aus. Das Ergebnis wird üblicherweise ausgedrückt in einer Reaktionsskala, welche reicht von:
0 = negativ, keine Überexpression
1+ = schwache Reaktion, keine Überexpression
2+ = mäßig starke Reaktion, schwache Überexpression
3+ = starke Reaktion, starke Überexpression

Welches ist der therapeutische Ansatz?

Heute weiß man, dass es Brustkrebse mit und ohne Überexpression des Her 2 Protein gibt und dass die Überexpression in ca. 15 - 30 % der Geschwülste auftritt. Die Überexpression ist meist mit einer schlechteren Prognose der Patientin verbunden, dass heißt mit einem schnelleren Tumorwachstum und einer schnelleren Tumorausbreitung.
Ein therapeutischer Ansatz ergibt sich aus folgender Überlegung: wenn es gelänge, mit einem gegen das Her 2 Protein gerichteten Antikörper diese Rezeptoren zu blockieren, somit die wachstumsfördernden Signale von den Krebszellen fernzuhalten, dann müsste sich das Wachstum der Krebszellen zumindest verlangsamen, vielleicht auch aufheben lassen. Tatsächlich ist ein solcher, beim Menschen anwendbarer, gegen den Her 2 Rezeptor gerichteter Antikörper ( Herceptin© ) entwickelt worden.
Die Behandlung mit Herceptin© ( in Kombination mit anderen krebshemmenden Medikamenten ) ist nach derzeitigem Kenntnisstand nur bei manchen Patientinnen angezeigt, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ( Metastasierungsstadium ) befinden und deren Tumorzellen eine starke Überexpression des Her 2 Proteins aufweisen.
Die Entscheidung über eine solche Therapiemaßnahme sollte einem Krebsspezialisten ( Onkologen ) vorbehalten bleiben.
Die Ergebnisse weiterer klinischer Studien sind abzuwarten, inwieweit diese Antikörpertherapie auch für andere Brustkrebspatientinnen Vorteile bringt.



BESTRAHLUNG

Hier hat sich u.a. die

Schwerionen-Strahlentherapie

im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) bewährt.

HIT
Artikel aus "Spektrum der Wissenschaft"


Weitere Schwerionen-Behandlungszentren befinden sich in München und Darmstadt (GSI-Accelerator) bzw. sind in Planung. Außer den gebräuchlichen Bestrahlungen von außen ist eine neue schonendere Methode auf dem Vormarsch, von der sicherlich viele Patienten profitieren können, die

Brachytherapie

Die Brachytherapie ist eine besondere Technik der modernen Strahlentherapie, bei der im Gegensatz zur Externen Strahlentherapie, die Strahlung direkt an den Tumor herangebracht wird. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der intrakavitären (in Körperhöhlen) und der interstitiellen Brachytherapie (im Gewebe). Weiterhin wird bezüglich der Dosisleistung zwischen geringer (LDR=Low Dose Rate) und hoher Dosisleistung (HDR=High Dose Rate) unterschieden. Die LDR-Brachytherapie wird als Seed-Implantation (engl. Seed = Samenkorn) und die HDR-Brachytherapie als Afterloading (engl. Afterloading = Nachladeverfahren) bezeichnet.


Die Teilbrustbestrahlung mittels interstitieller Brachytherapie wird zur Zeit außer an den beiden Standorten des UK-SH in Kiel und Lübeck noch an weiteren vier Universitätskliniken in Deutschland (Erlangen, Leipzig, Regensburg und Rostock) und verschiedenen Universitäten in Europa (Barcelona, Budapest, Paris, Valencia, Warschau und Wien) im Rahmen einer europäischen Studie geprüft. Weitere Informationen geben die Brustzentren des UK-SH in Kiel und Lübeck. (Stand 03/2006)

Bei bestimmten besonders günstigen Fällen ist das Rückfallrisiko aber auf einen kleinen Teil der Brust um die Operationsnarbe herum beschränkt. Durch die verbesserte Vorsorge und Diagnostik werden solche günstigen Fälle immer häufiger diagnostiziert. Bei diesen Patientinnen kommt ein neues Bestrahlungsverfahren, die sog. Teilbrustbestrahlung mittels interstitieller Brachytherapie, in Frage. Dabei werden mehrere kleine Plastikhülsen in das Operationsgebiet eingelegt, in die später eine winzige Strahlenquelle ferngesteuert eingebracht wird. Dadurch kann man dann das Operationsgebiet von innen bestrahlen. Ein Nachteil der neuen Teilbrustbestrahlung gegenüber dem Standardverfahren ist zwar, dass das Einbringen der Plastikhülsen in Narkose erfolgt und die Behandlung einen stationären Aufenthalt erfordert. Wesentliche Vorteile dieses Verfahrens sind demgegenüber die geringe Strahlenbelastung der Umgebung und die kurze Behandlungszeit von nur einer Woche. Hinsichtlich der Tumorheilung gelten beide Verfahren nach dem derzeitigen Kenntnisstand als gleichwertig.


Das Afterloading ist ein Verfahren, bei dem die Strahlenquelle nur temporär im oder am Tumor verbleibt. Die Strahlenquelle wird mit einer Afterloadinganlage automatisch und über verschiedene Applikatoren an die Zielregion gebracht. Das Verfahren der Brachytherapie wird überwiegend eingesetzt beim Prostatakarzinom, bei gynäkologischen Tumoren, bei Lungentumoren, bei Speiseröhrentumoren, bei HNO-Tumoren und auch bei Hauttumoren.

Geben Sie in das Suchfeld oben links "Afterloading" ein.

Info Strahlenklinikum Uni Erlangen


LITT

Die LITT ist ein neues Therapieverfahren zur minimal-invasiven Behandlung von Lebertumoren bzw. Lebermetastasen. Die Abkürzung "LITT" steht für Laserinduzierte Thermotherapie.

Bei dieser Behandlungsmethode wird eine Glasfaser direkt in die Leber eingeführt. Der Tumor oder die Metastase wird dann durch Laserlicht zerstört. Das Verfahren kann meist ohne Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt werden und stellt so eine sehr schonende Behandlung dar.

Info Radiologie Frankfurt


SIRT

Als erstes Institut in Europa ist die Klinische Radiologie am Klinikum Großhadern der Universität München in der Lage, die SIRT als Therapieverfahren bösartiger Lebertumoren anzubieten. Trotz vieler Bemühungen erlebt ein erheblicher Teil der Patienten mit solch schwierigen Karzinomen mit den traditionellen Behandlungsregimen oft noch ein Fortschreiten der Lebererkrankung. Die neue SIRT-Methode scheint dagegen dem Einhalt zu gebieten. Bei diesem Verfahren werden so genannte biokompatible Mikrosphären, die eine radioaktive Substanz mit sehr kurzen Reichweiten enthält, direkt in die Leber versorgenden Gefäße (Leberschlagader) gespritzt. Hierdurch werden Tumoren vor Ort einer hohen Strahlendosis ausgesetzt und gleichzeitig Tumorgefäße verschlossen.

Merz: Leber-Info

Info Uniklinik Mannheim


Trans-Arterielle perkutane Chemo-Embolisation (TACE)

Gesundes Lebergewebe wird zu 75% über das Portalvenensystem und nur 25% vom arteriellen Blutstrom versorgt. Demgegenüber werden Lebertumoren bis 95% über die Leberarterien versorgt. Die Embolisation der Leberarterien bewirkt ischämische Nekrosen im Tumorgewebe, während das normale Lebergewebe durch die ausreichende portalvenöse Perfusion geschont wird. Zusätzlich werden durch die arterielle Einbringung der Chemotherapeutika in die Leberarterien im Lebergewebe bis zu 100 fach höhere Konzentration gegenüber einer systemischen Chemotherapie erreicht, bei weniger stark ausgeprägten Nebenwirkungen. Durch die Unterbindung des arteriellen Blutstroms wird die Wirkungszeit der Chemotherapeutika um Stunden bis Wochen verlängert.

Info Uniklinik Frankfurt


ATEMGATING

Nach einer brusterhaltende Operation erfolgt eine Strahlentherapie, wobei in einigen Fällen auch die Lymphknoten im Bereich der Schlüsselbeingrube und hinter dem Brustbein bestrahlt werden müssen, um das Risiko für ein Rezidiv so gering wie möglich zu halten. Bei der Bestrahlung sollte darauf geachtet werden, dass Herz und Lunge so gut wie möglich geschont werden.

Hierzu wird in manchen Fällen eine Technik angewendet, die nicht in allen Strahlentherapiekliniken angeboten wird. Die Bestrahlung erfolgt ausschließlich kontrolliert in tiefer Einatmung. Hierdurch bewegt sich das Herz außerhalb der bestrahlten Region und der Anteil der mitbestrahlten Lunge wird geringer. Damit kann zum Beispiel bei der Bestrahlung von Brustkrebs auf der linken Seite das Herz besser geschont werden oder bei Lungentumoren die gesunde Lunge besser geschützt werden.

Uniklinik Mainz


INTRABEAM

Intrabeam bezeichnet eine neue Art der Bestrahlungsmöglichkeit während der Operation. Das Gerät ist ungefähr so groß wie ein fahrbares Röntgengerät und kann dank seiner Beweglichkeit in geeignete OP-Säle transportiert werden. Die Anwendung mit Intrabeam erfolgt während der Operation. Nachdem das Tumorgewebe entfernt wurde, wird das Wundgebiet 20 Minuten lang bestrahlt. Diese Form der Strahlentherapie ist für die Frauen besonders effektiv und schonend, weil sie die gesamte Zeit in Narkose sind, die ehemalige Tumorregion gezielt bestrahlt wird und ihnen die mehrwöchige herkömmliche Bestrahlung erspart bleibt. Zur Zeit (Stand 03/2006) wird diese Strahlentherapie im Rahmen einer internationalen Studie angewendet.


Fluoreszierende Tumordiagnostik

Forscher an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelten mit Medizinern der Charité in Berlin jetzt ein Messverfahren, das zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren weitaus besser unterscheidet, als die bisherigen Diagnostik-Pendants: Die Fluoreszenz-Mammographie.

Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Braunschweig


Wirbelsäulen-Metastasen

Weltweit erstmalig: Intraoperative Radiotherapie während der operativen Therapie des Wirbelkörpers Am Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrum der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist unter Mitwirkung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im Rahmen einer Studie weltweit erstmals ein neues, vielversprechendes Behandlungsverfahren für Metastasen der Wirbelsäule angewendet worden. Es handelt sich um ein kombiniertes Verfahren, bei dem die Knochenmetastasen durch einen minimal invasiven Zugang zunächst intraoperativ bestrahlt werden und anschließend der Wirbelkörper über denselben Zugangsweg mittels der so genannten Kyphoplastie stabilisiert wird.

Kombiniertes Verfahren UMM
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Perkutane Tumorbehandlung
(Information des Universitätsklinikums Aachen)

Lokale Tumoren oder Metastasen können durch einen perkutanen, minimal-invasiven Eingriff ohne Operation behandelt werden. Hierbei werden spezielle Sonden oder Nadeln durch die Haut in die Mitte des zu behandelnden Tumors vorgeführt. Je nach Methode kann dann der Tumor durch Kälte (Kryotherapie) oder Hitze (Radiofrequenzablation) oder chemisch (Alkoholablation) lokal behandelt werden. Die Wahl des jeweiligen Verfahrens richtet sich nach der Tumorgröße, Lage und Beschaffenheit des entsprechenden Tumors. Der zerstörte Tumor wird in der Zeit nach dem Eingriff vom Körper abgebaut und das behandelte Gewebe vernarbt. Um die Plazierung der Sonde oder Nadel möglichst präzise durchführen zu können, wird der Eingriff unter Schnittbildkontrolle durchgeführt. Hierzu werden die Kernspintomographie (Kryotherapie, Alkoholablation) oder die Computertomographie (Radiofrequenzablation) benutzt. Die Eingriffe erfolgen unter örtlicher Betäubung, eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich. Insbesondere die Kryotherapie zeichnet sich durch Schmerzfreiheit aus, da die Kälte an sich schmerzstillend ist.

Je nach Größe und Lage der Tumoren kann es notwendig sein, mehrere Sonden gleichzeitig zu verwenden und die Eingriffe zu wiederholen. Ein Vorteil dieser Behandlungstechniken ist, dass im Gegensatz zur Strahlen- oder Chemotherapie die Eingriffe beliebig oft wiederholt werden können, da keine systemischen (d.h. auf den ganzen Körper wirkenden) Nebenwirkungen auftreten. Nach dem Eingriff ist eine 24-stündige Bettruhe erforderlich. In der Regel kann der Patient am Folgetag entlassen werden.

Perkutane Tumorbehandlung


Verkalkungen

werden mit mammographischen und sonographischen Befunden nach BI-RADS 1-5 folgendermaßen eingestuft:

1 völlig unauffällig
2 gutartig
3 kontrollbedürftig
4 dringend weiter abklärungsbedürftig
5 malignitätsverdächtig



Nachsorgeplan

 1. - 3. Jahr nach Erstbehandlung
Nachsorge
Fragen nach Beschwerden, körperliche Untersuchung, Aufklärung / Information - alle 3 Monate
Laboruntersuchungen, Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Ausnahme: Mammographie) wenn der Verdacht auf Rückfall der Erkrankung und/oder Metastasen besteht
Mammographie
Nach brusterhaltender Operation ...
- Seite der befallenen Brust - alle 6 Monate
- andere Brust - alle 12 Monate
Nach vollständiger Brustentfernung (andere Brust) - alle 12 Monate
Ultraschalluntersuchung der Brust
- alle 6 Monate

  4. - 5. Jahr nach Erstbehandlung
Nachsorge
Fragen nach Beschwerden, körperliche Untersuchung, Aufklärung / Information - alle 6 Monate
Laboruntersuchungen, Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Ausnahme: Mammographie) wenn der Verdacht auf Rückfall der Erkrankung und/oder Metastasen besteht
Mammographie
Nach brusterhaltender Operation
- Seite der befallenen Brust -alle 12 Monate
- andere Brust alle 12 Monate
Nach vollständiger Brustentfernung (andere Brust) -alle 12 Monate
Ultraschalluntersuchung der Brust
alle 12 Monate

  Ab dem 6. Jahr der Erstbehandlung
Früherkennung
Fragen nach Beschwerden, körperliche Untersuchung, Aufklärung / Information - alle 12 Monate
Laboruntersuchungen, Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Ausnahme: Mammographie) wenn der Verdacht auf Rückfall der Erkrankung und/oder Metastasen besteht
Mammographie Nach brusterhaltender Operation
- Seite der befallenen Brust - alle 12 Monate
- andere Brust alle 12 Monate
Nach vollständiger Brustentfernung (andere Brust) - alle 12 Monate

Leitlinien AGO e.V.



Stand: 07.08.2015